Singapur bei Nacht

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Das waren natürlich nur die klassischen Touri-Orte, an denen wir die Tage in Singapur verbrachten. Aber mehr hatte ich auch nicht erwartet, schließlich war das hier ein Familienurlaub, bei dem sich meine Eltern in erster Linie vom stressigen Restaurant-Alltag erholen sollten. Daher spazierten wir am Abend, die Bäuche vollgeschlagen mit »Streetfood« wie mein Bruder so gerne betonte, entlang der Esplanade und sahen uns eine kleine Lichtershow am Wasser an.
Während meine Familie die ganzen Tage über viele Fotos von der Stadt machten, sind das tatsächlich die einzigen, die bei mir rauskamen. Letztendlich bereue ich es ein wenig, da auch die Innenstadt inmitten der Wolkenkratzer und belebten Straße wirklich sehenswert war und ich doch gerne diese visuelle Erinnerung gehabt hätte. Singapur ist wirklich, wirklich schön, wenn man auf Großstädte steht. Es ist sauber und grün. Trotz der Hitze, die meinen Vater und mich gelegentlich bei den langen Fußstrecken, zu denen mein Bruder uns zwang, fertigmachten, war es immer noch angenehmer als in Saigon die Tage darauf. Zudem hatte man immer noch die Möglichkeit in ein klimatisiertes Gebäude unterzukommen, wenn es gar nicht mehr ging. Oder es regnete kurz.

singapur: gardens by the bay

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Es fällt mir immer schwerer, die Tage zu rekonstruieren. Aber wir waren definitiv erst am 2. Tag in Singapur dort. Übrigens auch der Tag, an dem mir bewusst wurde, wie viel Glück ich mit meiner Familie habe. Die letzten Jahre waren durch das zeitintensive Restaurant meiner Eltern teilweise schon einsam. Momente, in denen wir wirklich nur zu viert beisammen waren, wurden so selten, dass ich meist das Gefühl hatte, eigentlich alleine in diesem Haus zu wohnen. Als Jugendliche war das natürlich schon ein Luxus. Schließlich hatte ich nach der Schule viel freie Zeit, ohne mir von irgendwem was anhören zu müssen. Andererseits fehlte das gemeinsame Abendessen, das irgendwie mal zu meinem Alltag gehörte. Stattdessen kochte ich selbst und aß allein vor dem Fernseher.

In Singapur waren wir komplett auf uns vier allein gestellt. Ein Zustand, an den ich mich kaum mehr erinnern konnte, wann wir das letzte Mal in solch einer Konstellation auftraten. Und obwohl Familien dafür bekannt sind, sich unendlich lange über alles mögliche zu streiten, erst recht, wenn sie allein auf sich gestellt sind, haben wir uns kein einziges Mal gestritten. Ich bin noch immer erstaunt, wie wir so friedlich zueinander waren. Wir verbrachten schließlich ganze Tage miteinander!
Wie gesagt, schön war’s. Sehr, sehr schön.