2017$ exit

Bis auf ein Jahr habe ich es bisher jedes Jahr seit 2011 geschafft, einen Jahresrückblick zu schreiben. Dieses Mal stehe ich etwas ratlos davor; weiß nicht, wie ich das Ganze strukturieren, überhaupt erzählen soll. Mir fällt es immer schwer, auf Befehl mich an Wichtiges zurückzuerinnern. Das Jahr war keineswegs schlecht – zumindest privat, aber ich bin noch nicht bereit, es zu evaluieren. Daher schreibe ich nun einfach das auf, was mir einfällt und klicke dann auf »Veröffentlichen«.

Dezember:
Ich sitze gerade zu Hause bei meinen Eltern im Wohnzimmer, habe gestern C. vom Bahnhof abgeholt, war die letzten Tage im Restaurant und habe versucht, was für’s Studium zu machen, habe nichts davon geschafft und fühle mich gerade auch ein wenig (grundlos allerdings) ausgelaugt. Wir haben gewichtelt. Ich konnte Freund·innen wiedersehen, die ich das letzte Mal im Sommer sah und es war alles wie immer und das war schön. An Weihnachten nahmen sich meine Eltern zwei Tage frei und ich genoss es, zwischen all meinen Verwandten zu sitzen, auch wenn wir nicht viel redeten, aber ich mag es, unter Menschen zu sein und mich dabei im Hintergrund zu halten. Mir reicht die bloße Anwesenheit von anderen bereits aus. Ich kam in einem übervollen IRE an und mit einem Koffer voller Geschenke. Ich bekam es dieses Jahr hin, rechtzeitig Geschenke zu kaufen, auch wenn ich eine Woche vorher deswegen noch absolut ratlos dastand. Eine Freundin kam mich besuchen, ich traf mich generell mit Leuten – und obwohl es sehr, sehr schön war, erschöpfte es mich auch irgendwie.

November, Oktober:
Es wurde dunkler und dunkler, ich war hauptsächlich mit meinem Studium beschäftigt. Meine Großmutter in Vietnam starb und für mich wirkt das Ganze noch immer etwas unwirklich, da ich fast zwei Jahre nicht mehr dort war.
Ab und zu traf ich Freund·innen bzw. bekam Besuch. War nach längerer Zeit wieder in Berlin (irgendwie mache ich es mir bei meinen Eltern immer sehr bequem und hab dann keine Lust mehr zurückzufahren). Habe es geschafft, nun eine Freundin regelmäßig zu treffen und überhaupt fällt mir auf, dass dieses Jahr von neuen Freund- und Bekanntschaften geprägt wurde bzw. auch von alten Freundschaften, die wieder aufgefrischt wurden.

Im September half ich bei meinen Eltern aus und lernte für eine Prüfung. Im August fuhren wir für eine Woche gemeinsam mit T.s Familie in den Urlaub. Im Juli hatte ich meine Prüfungen und mir fällt gerade auch auf, dass ich 2017 meine ersten Prüfungen seit langem wieder schrieb und sie waren entgegen meiner Erwartungen tatsächlich … gut? Generell bin ich immer noch äußerst zufrieden mit meiner Entscheidung für dieses Studium, auch wenn aktuell etwas die Luft raus ist. Ich bleibe auf jeden Fall dran und dass ich diese Gewissheit habe, sollte ich auf jeden Fall vermerken.

Je weiter ich im Jahr nun zurückgehe, desto weniger fällt mir gerade ein. Ich müsste Fotos durchschauen, um mich an bestimmte Ereignisse zu erinnern, aber mein Handy ist gerade aus.

Zurück bleibt ein okayes Gefühl. Wahrscheinlich neige ich einfach sehr zum Vergessen und habe gerade sehr viele Ereignisse unterschlagen (manche behalte ich auch für mich). Aber meiner Familie geht es ansonsten gut, C. geht es gut und meinen Freund·innen aktuell auch. Und das schätze ich sehr.

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