9. November

Vor ca. einem Dreivierteljahr stand ich zusammen mit L. in der Gedenkstätte Buchenwald. Der letzte Schnee schmolz in großen Pfützen dahin, die grauen Wolken hingen am Himmel herab, der Wind ließ uns seine eisige Kälte spüren.
Gegen 13 Uhr sollte eine öffentliche Führung stattfinden. Da wir die einzigen Besucherinnen waren, die nicht in einer angemeldeten Gruppe kamen, wurden wir allein herumgeführt.

Es war kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Und immer wieder war ich den Tränen nah, schluckte Wut und Fassungslosigkeit herunter. Wir standen vor dem Tor, auf dem »Jedem das Seine« zu lesen war, ich versuchte, Worte für Unbegreifliches zu finden und legte meine Hände auf die körperwarme Mitte des Gedenkzeichens, welches heute auf dem Appellplatz zu finden ist.

So weit es geht, versuche ich, mich immer wieder mit der Shoah auseinanderzusetzen. Es wird niemals ein Vergleich angebracht sein, aber an Tagen wie diesem bleibt einem nur noch die Kraft, sich zu erinnern, dass jeglicher Hass zu verhindern ist.

Nie wieder.

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