Hausaufgabenhilfe

Wie ein paar Beiträge zuvor erwähnt, sind meine Abiprüfungen mittlerweile fast ein Jahr her. Nach der letzten Prüfung, als ich – sorry, das ist einfach so naheliegend, den muss ich jetzt bringen – Geschichte schrieb (hier dann bitte auch Madsen erklingen lassen), hatte ich zwei Dinge vor mir: die Fertigstellung des Abibuchs und massig Zeit. Letzteres gab mir den Anlass, mich endlich etwas zu widmen, was mir in dem Schuljahr schon länger vorschwebte: mich freiwillig zu engagieren. Da die Abiturphase allerdings ein bekannter Zeitfresser ist, musste ich bis Anfang Mai abwarten, um überhaupt nachzufragen. Die freiwillige Hausaufgabenbetreuung in der Gemeinschaftsunterkunft sagte mir von der Beschreibung her sofort zu. Schule, das war und ist bisher das einzige Feld, womit ich mich wirklich auskenne. Nach ein paar Mails fuhr ich schließlich zur Gemeinschaftsunterkunft – meine Ansprechpartnerin war jedoch im Urlaub. Ich sollte danach die Woche kommen. In der Zwischenzeit stieg der Stress um das Abibuch rasant an. Nebenbei musste ich schließlich doch noch für meine beiden mündlichen Prüfungen lernen (bevor jemand stutzt: das Große Latinum und das 5. Fach, Ethik) und so blieb es dabei. Ich hatte keine Zeit und schon war das Schuljahr um und in den Sommerferien werden auch in unserer Leistungsgesellschaft keine Hausaufgaben in der Grundschule aufgegeben.

Das nächste halbe Jahr verbrachte ich dann mit meinem FSJ Kultur und einer 40-Stunden-Woche, in der ich an meinen freien Tagen auch noch zu zahlreichen Arztterminen gehen durfte.

Jetzt bin ich jedoch wieder hier und mir fiel sofort die Hausaufgabenhilfe wieder ein. Ich ging persönlich zu unserer Freiwilligenagentur, die solche Projekte koordiniert, und wurde sofort herzlich willkommen geheißen. Allerdings war die Hausaufgabenhilfe gerade in der Umstrukturierung – ein neuer Ort wurde gesucht.

Wieder verging Zeit, heute war es allerdings so weit. Nach einem Jahr hatte ich es endlich geschafft. Obwohl es ganz schön chaotisch war mit so vielen Kindern, die gar keine Hausaufgaben auf hatten und stattdessen mit den anderen Betreuerinnen sangen und spielten (was ganz ziemlich viele Kindheitserinnerungen bei mir erweckte), machte es mir sehr viel Spaß, mit den wenigen Kindern, die tatsächlich Hausaufgaben zu erledigen hatten, diese zu lösen und vor allem zu erklären und zu sehen, wie sie nach und nach verstanden.

Ich bin normalerweise ein schrecklich ungeduldiger Mensch, aber beim Erklären kam eine so unendliche Geduld in mir auf, dass ich selbst ein wenig erstaunt war. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich diese Situation kenne: Man braucht einfach, bis man etwas wirklich verstanden hat. Und es kam bei mir so oft schon vor, dass ich einfach behauptete, eine Erklärung verstanden zu haben, nur weil ich bereits die Verzweiflung und Ungeduld in dem Gesicht sah.

Auf alle Fälle werde ich also wiederkommen und es bis zum Schuljahresende hoffentlich als Wochenrhythmus beibehalten können.

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