Es ist April

Es ist April und zwischen dem letzten Beitrag und diesem sind fast drei Monate vergangen. In diesen drei Monaten ist so viel passiert, dass ich es nicht einmal schaffte, sie in meinem Tagebuch festzuhalten, obwohl ich es später wohl bereuen werde. Daher ein kurzer Abriss dieser Zeit:

Nach dem letzten Eintrag flogen wir nach Vietnam und Singapur.

Die zwei Wochen Urlaub mit meiner Familie, vor allem der erste Urlaub gemeinsam seit zehn Jahren, waren eindeutig zwei meiner liebsten Wochen in meinem bisherigen überschaubarem Leben. Insbesondere die Tage, die wir nur zu viert – Mama, Papa, M. und ich – verbrachten, waren so glückserfüllend, dass ich mir wünschte, diese Tage anhalten und bitte so verbleiben zu können. (ello)

Ich traf daraufhin spontan eine schwierige Entscheidung: mein FSJ vorzeitig zu beenden und meinen Eltern im Restaurant auszuhelfen. Februar verging schnell und ehe ich mich versah, brachte ich Kuchen mit zur Arbeit und verabschiedete mich von allen.

Zu Hause angekommen gleich zu Freunden gefahren, eine Pyjama-Party veranstaltet, also im kleinen, ofenbeheiztem Partyraum Tabu spielen und erzählen und gegen 6 Uhr morgens dann einschlafen. Wenige Stunden später gemeinsam gefrühstückt, den Freund zum Bahnhof gebracht und zum Geburtstag meiner Oma gefahren. Dann zur Arbeit, zur neuen Arbeit. Abends dann wieder Freunde getroffen und auf einen Geburtstag angestoßen, wenig später heimgefahren und ins Bett gefallen. Am Montag mit zwei Freundinnen nach Thüringen. Eigentlich wegen eines Arzttermins, aber wegen Semesterferien und den wenigen Tagen frei durch diesen Aufenthalt eine Freundin mitgenommen. Am Abend wieder in eine Bar, auf den gleichen Geburtstag angestoßen und gegen Mitternacht allein mit besagter Freundin nach Hause, während das Geburtstagskind erst gegen 7 heimkam, als ich den besagten (ersten) Arzttermin hatte. Am selben Tag noch mehrmals geschlafen und zwischendurch die nun ehemalige Arbeit kurz besucht und am Abend zu einem superinteressanten Vortrag über Dis_ability. Dann zur Wohnung und die restlichen Stunden mit Netflix und Pizza verbracht.
Am nächsten Tag besuchten wir die Gedenkstätte Buchenwald. Ich bin sehr froh, dass wir hinfuhren, L. Ich glaube, wenn man in diesem Land wohnt, dann sollte man, soweit man die Möglichkeiten hat, sich immer und immer wieder damit auseinandersetzen.
Schließlich, bevor L. wieder nach Hause fuhr, erkundeten wir die Stadt, in der ich 6 Monate lebte, ohne mehr als den Goetheplatz gesehen zu haben. Und wir aßen einen der besten Kuchen, die ich je aß.
Zu Hause mich über das AfD-Wahlprogramm geärgert (und zum ersten Mal mir ein Wahlprogramm intensiver angeschaut). Die Landtagswahlen verfolgt und jetzt zähle ich auf den Straße die Passanten bis 4 ab.
Nach Leipzig gefahren und ein wundervolles Wochenende mit Freunden verbracht. Auf der Buchmesse gewesen und als Andenken Laurie Pennys »Babys machen und andere Geschichten« (signiert) sowie eine geklau weiße Starbucks-Tasse mitgenommen. Wir haben 200 Karten Tabu verspielt.
Mit dem Freund wieder zurückgefahren und weil die gleichen und andere Freunde noch hier waren, bestanden die letzten Tage des Märzes aus Kneipenbesuchen mit und Hausbesuchen bei ihnen. Abende mit Freunden und dem Gefühl, dass auch nach fast einem ganzen Jahr noch alles ist wie früher und irgendwie sogar besser, intensiver.

Kaum zu glauben, dass jetzt wieder Abiprüfungen geschrieben werden, habe ich doch meine erst gefühlt letztens gemeistert. Mir fällt auch gerade dieser Traum von vor paar Tagen ein, da hatte ich das alles wirklich vor mir mit diesem Schwall an Stress- und Panikgefühlen wegen dieser Ungewissheit, was für Noten man denn bekomme. Bis ich dann aufwachte und mir einfiel, dass das alles ein Jahr her ist und ich die Noten längst hatte und sie weitaus besser waren, als die, die ich im Traum zu kriegen befürchtete. Was für ein Mist.

Wie es derzeit läuft? Mein Plan für Oktober steht. Ich warte eigentlich nur darauf, dass die Monate schnell vergehen und ich endlich anfangen kann, mich für alles zu bewerben. Derzeit ist mein Tagesrhythmus ein Traum, aber gleichzeitig habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich mich im Prinzip derzeit wenig nützlich erweise.

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